+1,5 Grad in Coesfeld

Wenn wir über die Erderwärmung sprechen, reden wir immer von 1,5 Grad, welche wir nicht überschreiten dürfen. Im ersten Moment kann diese Gradzahl sehr abstrakt wirken. Deshalb möchten wir heute erklären, was 1,5 Grad eigentlich bedeutet.


Was bedeuten 1,5 Grad?

1,5 Grad hören sich im ersten Moment überhaupt nicht dramatisch an. Unser Planet ist immerhin riesig und das kann er doch sicherlich locker ab, so könnte man denken. Stell dir ganz einfach vor, der Planet wäre ein Mensch. Unsere durchschnittliche Körpertemperatur beträgt ca. 37 Grad. Wenn sich unsere Körpertemperatur um 1 Grad erhöht, sprechen wir von erhöhter Temperatur. Bei einem weiteren Grad haben wir bereits Fieber, jeder weitere Anstieg kann ab da an lebensbedrohlich sein.Jetzt stell dir vor, du hast diesen Temperaturanstieg dauerhaft. Du wärst dauerhaft krank und würdest dich dementsprechend auch fühlen. Kurzum: Dein Körper käme mit dieser hohen Temperatur nicht zurecht. Ab drei Grad und mehr würde dich, ohne ärztliche Behandlung, der sichere Tod erwarten.So also muss sich die Erde anfühlen – sie fiebert bereits jetzt, denn wir sind aktuell bei +1,2 Grad global angekommen.

Was ist der Unterschied zwischen 1,5 Grad und 2 Grad?

Hiermit beschäftigen sich eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien, allen voran der „Sonderbericht 1,5 °C globale Erwärmung “ des Weltklimarats IPCC, der sagt: 

„Klimabedingte Risiken für Gesundheit, Lebensgrundlagen, Ernährungssicherheit und Wasserversorgung, menschliche Sicherheit und Wirtschaftswachstum werden laut Projektionen bei einer Erwärmung um 1,5 °C zunehmen und bei 2 °C noch weiter ansteigen „

Das Risiko, Kippelemente und unkontrollierbare Kettenreaktionen auszulösen, ist bei einer Erwärmung um 1,5 °C somit deutlich geringer. Stefan Rahmstorf (Klima- und Meeresforscher an der PIK) schrieb hierzu im Spiegel, dass die Folgen bei 2 Grad dementsprechend graduell immer schlimmer werden würde. Er ist sich sicher, dass 2 Grad im globalen Mittel für die meisten Landgebiete 3 bis 4 Grad Erhitzung bedeuten:

„Dazu kommt die Häufigkeit von Überflutungen durch Extremregen oder wachsende Probleme mit Dürren und Wassermangel, wie die letzten Jahre auch in Deutschland. Oder noch heftigere tropische Wirbelstürme (…), angefacht durch steigende Meerestemperaturen.“

Was den Unterschied zwischen 1,5 und 2 Grad so bedrohlich macht, ist ein Phänomen, das die Ausbreitung des Coronavirus schmerzlich vor Augen führt: exponentielles Wachstum. Menschen sind es gewohnt, in linearen Prozessen zu denken – zwei, vier, sechs, acht, zehn. Ein aggressives Virus allerdings verbreitet sich ohne Maßnahmen zu seiner Eindämmung NICHT linear, sondern exponentiell – zwei, vier, acht, sechzehn, zweiunddreißig. Genau dies passiert aber beim Klimawandel. Er „verbreitet“ sich exponentiell und nimmt somit immer schneller Fahrt auf.  Gerade dies bereitet den WissenschaftlerInnen Sorgen, denn somit könnte es zum vorzeitigen Kippen sogenannter Kippelemente kommen.  Deswegen reden wir auf diesem Blog auch von einer KlimaKRISE und keinem Klimawandel.

Und wie wird es in NRW und vor allem in Coesfeld aussehen?

„Allgemein werden in NRW für die Zukunft Temperaturerhöhungen und Niederschlagsveränderungen prognostiziert. Auch eine zunehmende Intensität und Häufigkeit von Extremwetterereignissen, wie Starkregen, Stürme oder extreme Hitze werden vorhergesagt. „

Klimaanpassungskonzept der Stadt Coesfeld

Ein Grund: NRW ist mit seiner hohen Bevölkerungs- und Siedlungsdichte, seiner sehr gut ausgebauten Infrastruktur, einem hohen Industriebesatz und einer ausgeprägten Land- und Forstwirtschaft sehr verletzlich gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels.“ so heißt es im Klimaanpassungskonzept der Stadt Coesfeld. 
Das betrifft somit auch unsere Stadt Coesfeld. Im Stadtgebiet und aufgrund der hohen Versiegelung (Bebauung) der Flächen wird es beispielsweise in den Sommermonaten mehr Hitzeperioden geben. Und auch wenn es zu unterschiedlichen Ausprägungen kommen wird, müssen schon bald noch mehr Vorkehrungen für den klimatischen Wandel vollzogen werden, wie bspw. Kühlungssysteme für Mensch und Tier oder eine Aufstockung der Wasserressourcen für die Sommermonate. 
Der Deutsche Wetterdienst hat in diesem Zuge einen Klimaatlas entwickelt. Hierbei kann man die Vorjahre mit dem aktuellen Jahr vergleichen und Kriterien wie Sommertage, Niederschlag oder Frosttage für einzelne Regionen wählen.
Mach bei unserer Klimachallenge mit, um deinen persönlichen ökologischen Fußabdruck zu minimieren


Unsere Quellen

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