3 Fragen an … Maria Lanfer über Urlaube mit dem Rad

Maria Lanfer (Jahrgang 1954) ist gebürtige Coesfelderin und lebt mit ihrem Mann in Goxel. Die Rentnerin findet seit vielen Jahren ihre Erholung bei Fahrradtouren in ganz Deutschland. Grund genug für uns, Frau Lanfer mal nach ihren Geheimtipps zu fragen.


Frau Lanfer, wie kamen Sie auf diese außergewöhnliche Urlaubsform, ausschließlich ihre Urlaube auf den Rädern zu verbringen und wie organisieren Sie sich?

Angefangen hat das im Jahre 1998. Meine Cousine hat mit ihrer Familie und den Nachbarn eine Tour an der Donau gemacht. Da sind wir einfach mal mitgefahren. Es ging von Passau bis nach Wien und dann mit dem Zug wieder nach Passau. Anschließend mit dem Auto wieder nach Hause.

„Unser erster Radurlaub war klasse und hat uns nachhaltig überzeugt“

— Maria Lanfer

Wir sind immer mit 3-6 befreundeten Ehepaaren unterwegs und fahren immer eine Woche im Jahr zusammen weg. Die Ostseetour war die erste Tour und da sind wir im Schnitt fast 100 km am Tag gefahren. Da waren wir aber auch noch fitter. Mittlerweile fahren wir so zwischen 50-80 km im Schnitt. Wir fahren auch ausschließlich Flussrouten und flussabwärts. Das sind einfach die schönsten Routen. Mittlerweile haben wir schon fast alle Flüsse durch. 

Die Fotoalben der vergangenen Touren

Im Jahre 1999 sind wir zum Beispiel die Ostseetour geradelt. Travemünde mit dem Auto und dann nach Flensburg und wieder zurück mit dem Rad. Im letzten Jahr dann auch aufgrund der Coronasituation, sind wir direkt hier in Coesfeld gestartet. Die Tour war dann Coesfeld– Vechte – Issel – Bocholter Aa. Da sind wir am Tag so zwischen 50 bis 70 km gefahren. Manchmal unternehmen wir Sternfahrten und manchmal ganze Touren. Sternfahrten sind gut, wenn wir nur eine Unterkunft buchen möchten. Dann geht es tagsüber von der Unterkunft sternförmig mit dem Rad los. Früher, also bis ins Jahr 2007, haben wir unser Gepäck immer noch selber mitgenommen. Das finde ich eigentlich auch am besten. Man fährt los und weiß nicht, wo man abends übernachten wird. 

Unser Freund Erich organisiert die Touren immer und bestellt die Unterkünfte. Das macht er mit ganz viel Leidenschaft. Wir bekommen eine Mappe mit allen Informationen über die Route. Nach den Touren erstellt er auch Fotobücher, indem auch alle Infos drinstehen: Wer mitgekommen ist, wann wir gefahren sind und wie die Strecke so war. Wir haben bei uns hier also 7 kleine Fotobücher stehen und der Rest sind noch große Aktenordner mit Bildern. So lange gibt es diese Möglichkeit der Fotobücher ja noch gar nicht. Die Planungen starten bereits im Dezember. Da ist also ganz viel Vorfreude dabei! 

Seitdem immer mehr von uns ein E-Bike besitzen, fahren wir aber auch wieder von Ort zu Ort. Ich selber möchte noch keines haben. Mein Fahrrad ist so 15 Jahre alt und ich fürchte, dass das nächste aber dann doch ein Rad mit Unterstützung sein wird, obwohl ich hoffe, das mein Drahtesel noch lange hält. Mein Mann hat bereits ein E-Bike – er ist in den letzten zwei Jahren so 12.000km gefahren.

Was sind die größten Herausforderungen in einem Fahrradurlaub und wie können diese bewältigt werden?

Reparaturen werden unterwegs einfach gemeinsam bewältigt

Mein Mann hatte mal einen Rahmenbruch. Ich glaube, das war die Mosel-Saar-Sauer-Kylltour im Jahre 2016. Die Unterkünfte sind da ja in der Region oftmals auf einem Berg. Das knackte schon immer so. Also ist er den Berg runtergefahren (damals noch ein Holländerrad mit doppeltem Ständer). Er ist also da runtergefahren, mit Gepäck und voll beladen. Der doppelte Ständer hat ihm mehr oder weniger gerettet in dem Moment des Bruchs. 

Wir haben glücklicherweise auch immer Freunde, die uns weiterhelfen. Die sind dann mit einem Ersatzrad von Coesfeld zur Mosel gekommen. Da haben wir einfach einen Tag ausgesetzt. Ich glaube, dass war auch schon am Anfang der Tour. 

Im letzten Jahr gab es viele Pannen. 2020 war sowieso auch tourentechnisch unser Pannenjahr. Am ersten Tag in Schüttdorf war das erste Fahrrad bereits komplett kaputt. Da mussten wir uns eines ausleihen, damit es weitergehen konnte. In dem Urlaub hatten wir auch nur Platten. Mein Mann sagte vorher noch “ihr müsst die Räder auch vorab kontrollieren lassen!“, und dann hatte er selber einen. Sowieso sind Ersatzschlauch, Luftpumpe mit Adapter, Flickzeug und auch einen Mantel ein Muss auf allen Touren. Mittlerweile sind die Schläuche leider sehr unterschiedlich. Im letzten Jahr musste wir öfters an Häusern anhalten und nach einer Luftpumpe. fragen, weil unsere irgendwie abhandengekommen ist.

Früher sind wir viel mit der Bahn zu einem Startpunkt hin und von da aus weiter. Aber das ist schon anstrengend, gerade mit den Rädern und dem Gepäck. In den letzten Jahren haben wir die Räder dann auf die Autos gepackt und von da aus geht es dann weiter. 

In unserem Format „3 Fragen an…“ fragen wir unsere Interviewpartner:innen immer mal nach den besten 3 Tipps. Was sind Ihrer Meinung nach die schönsten Ziele in Deutschland, die man auf jeden Fall erradeln sollte und warum?

Schwerpunktmäßig sind wir immer in Deutschland unterwegs. Wir machen sowieso überwiegend Urlaub in Deutschland. Hier gefällt es uns einfach! Deutschland ist schön und absolut sehenswert – da muss man nicht so ewig weit weg. Spontan würde ich folgende Touren nennen:

  • Dresden war toll. Das muss 2009 gewesen sein. In Bad Schandau haben wir sternförmige Touren gemacht und dann als Abschluss waren wir drei Tage in Dresden. 
  • Ruhr-Radweg sind wir 2019 gefahren. Gestartet sind wir direkt an der Quelle, dann bis nach Duisburg und dann weiter nach Coesfeld. Wir wurden mit einem Transporter zu der Quelle gebracht. Der Radweg bietet so viele schöne Momente unterwegs!
  • Vechte-Issel-Bocholter Aa ist es einfach toll zu fahren. In Holland ist es sowieso toll, weil die so ein Knotensystem haben. Das vereinfacht die Routenfindung und die Fahrradwege sind immer abseits von den Straßen. Nicht so gut war der Niederrhein. Da sind nicht so viele Brücken.

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