Das Rind, unsere Ernährung und die CO₂-Bilanz

In unserer Klimachallenge geht es in diesem Monat um das Thema Fleischverzicht….Wir fordern euch heraus: Nehmt das Schnitzel für 30 Tage komplett vom Teller und schaut, was passiert! Dabei kann man sich wunderbar selber ausprobieren: Was vermisse ich? Vermisse ich überhaupt etwas? Wie ersetze ich Fleisch und muss ich es überhaupt ersetzen?


Deswegen müssen wir darüber sprechen

Durch die Produktion von Lebensmitteln und den Anbau von Futtermitteln für die Viehhaltung werden große Mengen Treibhausgase erzeugt. Besonders hoch ist die CO₂-Bilanz bei der Produktion von Fleisch und Fleischerzeugnissen. Rindfleisch ist hier besonders hervorzuheben, denn durch die Verdauungstätigkeit der Rinder wird Methan freigesetzt. Dies ist 25 mal wirksamer als CO₂ und verstärkt den Treibhauseffekt umso mehr.

Rinder sowie Hühner und Schweine werden außerdem in den meisten Fällen mit Soja gefüttert. Für den Anbau von Soja werden hierfür Flächen im Regenwald gerodet, der bisher als unsere grüne Lunge galt. Für den Sojaanbau und die Aufzucht und Fütterung der Tiere wird zudem viel Wasser verbraucht und der Transport der Rinder und die spätere Kühlung des Fleisches verbrauchen viel Strom. Aktuell beträgt der Anteil der Nutztierhaltung 14 % der weltweiten Emissionen, was vergleichbar ist mit den Emissionen aller Autos, Lastwagen, Flugzeuge, Züge und Schiffe zusammen. Dies alles wirkt sich somit insgesamt negativ auf die CO₂-Bilanz des Fleisches aus, weshalb gilt: Je weniger Fleisch man isst – umso besser!

Wie viel Co2 verbraucht eigentlich welche Ernährungsform?

Wie stark die CO₂-Bilanz durch unterschiedliche Ernährungsformen beeinflusst wird, sieht man an folgender Auflistung des Umweltbundesamt:

  • Fleischesser: 1.950 kg CO₂ pro Jahr
  • Flexitarier (isst selten Fleisch): 1.480 kg CO₂ pro Jahr
  • Vegetarier (isst kein Fleisch, aber Milch, Eier, Butter, Käse): 1.160 kg CO₂ pro Jahr
  • Veganer (isst keine Lebensmittel tierischen Ursprungs): 940 kg CO₂ pro Jahr

Lebensmittel sollten deshalb für mehr Klimaschutz nicht nur möglichst regional, sondern auch saisonal sein. Außerdem gilt, dass die meisten Bio-Lebensmittel besser für die CO2-Bilanz sind als konventionell erzeugte Produkte.

Und wie viel Fleisch essen wir so?

Die Heinrich-Böll-Stiftung bringt jedes Jahr einen Fleischatlas heraus. Der Fleischatlas 2021 sagt aus, dass in den meisten Industrienationen der Fleischkonsum seit Jahrzehnten relativ konstant auf hohem Niveau liegt. „Während in Deutschland 2019 rund 60 Kilogramm pro Person gegessen werden, sind es in den USA und Australien mehr als 100 Kilogramm. Seit einigen Jahren sinkt die Nachfrage in einigen Industrieländern leicht, weil die Bedenken bezüglich Gesundheit, Tierwohl und Umwelt zunehmen. Das größte Wachstum des Fleischkonsums wird in den Ländern des Südens stattfinden.“ In der repräsentativen Umfrage gaben weiter auch 10,4% der 15- bis 29-jährigen an, sich vegetarisch zu ernähren. 2,3% bezeichnen sich als Veganer. 

Braucht mein Körper Fleisch für ein gesunde Lebensform?

Für eine ausgewogene, gesunde vegetarische oder vegane Ernährung sind Fleischersatzprodukte im Übrigen nicht erforderlich. Obst, Gemüse, Vollkorn-Getreide, Hülsenfrüchte, Saaten und Nüsse enthalten (außer Vitamin B12) alles, was der Körper benötigt. Eine fleischfreie, abwechslungsreiche Ernährung gilt durch den hohen Ballaststoffanteil sogar als sehr gesund. Diverse Studien belegen dies. Sehempfehlung: Instagram-Beitrag von Quarks

  • Niedrigeres Risiko für Herz-Erkrankungen und Diabetes.Verarbeitetes Fleisch kann Herzkrankheiten und Diabetes begünstigen.Pro durchschnittlich 50 Gramm Konsum von verarbeitetem Fleisch(geräucherte/ gepökelte Wurstwaren wie Salami oder Schinken) täglich steigt das Risiko einer Herzkrankheit um 42 Prozent. Das Risiko an Diabetes zu erkranken, erhöhe sich um 19 Prozent. Der Grund sind wahrscheinlich die enthaltenen Konservierungsstoffe wie Natriumnitrit. 
  • Niedrigeres Risiko für einen Schlaganfall. Auch hier zeigten die Ergebnisse in eine eindeutige Richtung: Der Konsum von rotem Fleisch geht mit einem höheren Risiko für einen Schlaganfall einher. Bei verarbeitetem Fleisch ist die Gefahr sogar noch größer: Es reichen deutlich geringere Mengen verarbeitetes Fleisch pro Tag, damit das Schlaganfall-Risiko steigt. 
  • Niedrigeres Krebsrisiko. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft rotes Fleisch (Schweine-, Rind-, Lamm-, und Ziegenfleisch) als „wahrscheinlich krebserregend“ und verarbeitetes Fleisch (geräucherte/ gepökelte Wurstwaren wie Salami oder Schinken) sogar als „krebserregend“ ein. Der Zusammenhang von Krebserkrankungen und rotem bzw. verarbeitetem Fleisch lasse sich vor allem bei Darmkrebs feststellen. Es gebe aber auch Hinweise für Bauchspeicheldrüsenkrebs und Prostatakrebs.
  • Weniger Übergewicht. Menschen, die kein oder wenig Fleisch essen, haben einen niedrigeren Body-Mass-Index (BMI), sind also im Durchschnitt schlanker. Tierische Produkte sind oft kalorienreicher und beinhalten mehr gesättigte Fette. Außerdem werden sie häufiger als verarbeitete Lebensmittel konsumiert, welche noch mehr Kalorien enthalten. 

Ich möchte einen Monat auf Fleisch verzichten, weiß aber nicht wie ich anfangen soll!

Eine gute Hilfe kann bei dem Umstieg auf eine fleischlose Ernährung eine Veggie-Challenge sein. Unter veggiechallenge.de kann jede:r Teilnehmer kostenlose Tipps und Rezepte erhalten und wird durch den ersten fleischlosen Monat geführt.

Du willst mehr? Auf unserem Blog findest du jeden Monat ein tolles veganes Rezept und Wissenswertes rund um Lebensmittel einer veganen Ernährung. Lass dich gerne davon inspirieren und schau wieder vorbei!

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