Endlich Erdbeerzeit!

Jeder mag Erdbeeren. Leider ist die Erntezeit der beliebten roten Früchte in Deutschland nur etwa 6-8 Wochen lang. Zum Glück kann man mittlerweile in fast jedem Supermarkt ganzjährig Erdbeeren kaufen. Doch wie sieht die Klimabilanz der eingeflogenen spanischen Erdbeeren aus? Welche ist besser: die heimische Ernte aus dem Folientunnel oder die aus der Sonne Spaniens?

Die Erdbeere stellt sich vor

Die Erdbeeren (auch Fragaria genannt) sind eine Gattung in der Unterfamilie der Rosoideae innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae).

Erdbeeren spielen mindestens seit der Steinzeit eine Rolle in der menschlichen Ernährung. Die europäischen Wald-Erdbeeren wurden während des Mittelalters auch flächig angebaut. Erst im 17. bzw. 18. Jahrhundert gelangten die beiden großfruchtigen amerikanischen Arten nach Europa. Aus deren Kreuzung entstand um 1750 in der Bretagne die Urform der Gartenerdbeere von der die meisten heute kultivierten Sorten abstammen. Mittlerweile gibt es über 1000 verschiedene Sorten.

Aus botanischer Sicht zählt die Scheinfrucht einer Erdbeere nicht zu den Beeren, sondern zu den Sammelfrüchten bzw. Sammelnussfrüchten. Erdbeeren werden also fälschlicherweise als Obst oder Beeren bezeichnet. Eigentlich sind sie Nüsschen.

Die Früchte im biologischen Sinne sind kleine gelblich bis rötliche, einsamige Nüsschen an der Oberfläche der roten Scheinfrucht. Die Fruchtknoten bilden je ein Nüsschen aus, die durch das Wachstum der später markant roten Blütenachse während der Reifezeit auseinandergerückt werden. Tiere, die die auffällige Erdbeerfrucht essen, scheiden die kleinen hartschaligen Nüsschen, die sich auf dem Fruchtfleisch befinden, wieder aus, so dass die Nüsschen keimen können und sich die Pflanze verbreitet.

Anbau und Ernte

Wann die Erdbeer-Saison beginnt, hängt in Deutschland stark vom Wetter ab. Nach einem milden März und April, können im Mai eventuell schon die ersten Erdbeeren geerntet werden. Generell beginnt die Hauptsaison der Erdbeeren im Juni und dauert auch nur etwa sechs Wochen an, also bis Mitte Juli. Bei allem, was früher oder später angeboten wird, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es aus dem Ausland oder dem beheizten Gewächshaus stammt.

In Deutschland, Spanien, Italien und Marokko reifen die meisten Erdbeeren im Freiland, wo sie in den typischen langen Reihen wachsen und per Hand abgeerntet werden.

In den Niederlanden werden viele der Früchte für den deutschen Markt in Gewächshäusern angebaut, die mit hohem Energieaufwand beheizt werden, um eine frühe Ernte zu ermöglichen.

Doch auch in Deutschland gibt es immer mehr Erdbeeren, die im Gewächshaus produziert werden, um dann sogar in den Wintermonaten als regionale Frucht verkauft zu werden.

Erdbeeren sind empfindlich und anfällig für Pilzkrankheiten und Fäule, was im konventionellen Anbau zum intensiven Einsatz von Pflanzenschutzmitteln führt. Im Bio-Anbau wird diesen Problemen ohne Gift durch einen größeren Pflanzabstand und robustere Sorten vorgebeugt, was einen geringeren Flächenertrag zur Folge hat und dadurch den Preis in die Höhe treibt. Die Bio-Erdbeere ist in diesem Fall trotzdem die gesündere Wahl.

Was Erdbeeren mit Wasser zu tun haben

Um zu reifen, brauchen Erdbeeren viel Wasser, was insbesondere in südlichen Anbauländern ein erhebliches Problem ist. Im Durchschnitt werden für ein einziges Kilo Erdbeeren bis zu 280 Liter Wasser verbraucht!

Die meisten Importerdbeeren in Deutschland kommen aus dem Süden Spaniens. Um den Wasserbedarf der Pflanzen zu decken, müssen immer mehr und tiefere Brunnen gebohrt werden. Der Grundwasserspiegel drastisch sinkt ab. Ein beliebtes Anbaugebiet für Erdbeeren ist die Region südwestlich von Sevilla, in der Nähe des Nationalparks Coto de Donada. Der Nationalpark, eigentlich ein Feuchtgebiet, droht durch den Erdbeeranbau auszutrocknen.

Die Reise einer Erdbeere auf unseren Teller

Bis die Erdbeere auf unserem Teller liegt, hat sie durch die langen Transportwege einen ziemlich großen CO₂-Fußabdruck hinterlassen.

Nach der Ernte fahren die Früchte per LKW zum Großhändler nach Deutschland. Eine Erdbeere aus der Region von Huelva hat bis zum Großmarkt in Berlin bereits um die 2.800 km zurück gelegt. Weiter geht’s zum Zwischenhändler, von dort zum Supermarkt, bis schließlich in die Wohnung des Käufers.

Eine 500 Gramm Schale spanischer Erdbeeren ist somit für den Ausstoß von knapp 400 g CO₂ verantwortlich. Fünf solche Schalen über das Jahr verteilt, ergeben den CO₂-Ausstoß einer Zugfahrt von rund 200 Kilometern. Wenn man das auf fast 80.000 Tonnen importierte Erdbeeren aus Spanien pro Jahr hochrechnet, sieht die Bilanz schlecht aus.

Inhaltsstoffe

Erdbeeren sind ein sehr wasserreiches Obst und sind dadurch kalorienarm: 100 g Erdbeere liefern nur 32 Kalorien.

Sie sind reich an:

  • Vitamin C
  • Folsäure
  • Kalium, Calcium, Eisen, Zink & Magnesium
  • Ballaststoffe
  • sekundäre Pflanzenstoffe

Und JETZT?

Welche Erdbeeren kann ich unbedenklich kaufen?

  1. Kaufe Erdbeeren nur während der Erdbeersaison.
  2. Greife stets zu heimischen Erdbeeren. Am besten vom Hof oder Feld in deiner Nähe.
  3. Im Supermarkt: die Erdbeere sollte aus deutschem Anbau stammen, am besten aus der Region und aus biologischem Freilandanbau
  4. Du kannst versuchen, Erdbeeren bei dir im Garten anzubauen.

Viel Spaß mit dem Rezept für einen leckeren, saftigen Erdbeerkuchen mit Sahne.


Quellenangaben

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