Energiewende in Coesfeld

Wusstet ihr, dass unsere schöne CoeSauna mithilfe von einem sogenannten Blockheizkraftwerk die Coesfelder:nnen zum schwitzen bringt?


Woher kommt unsere Energie?

Fossile Energieträger sind (Braun- und Stein-)Kohle, sowie Erdöl und Erdgas. Kohle wird für die Stromproduktion eingesetzt. Erdgas kann ebenfalls in Kraftwerken zur Stromgewinnung verbrannt werden und wird zudem zum Heizen von Wohnungen eingesetzt. Aus Erdöl werden Treibstoffe für Fahrzeuge und Kunststoffe erzeugt. Die Verbrennung von Kohle, Erdgas und Erdöl setzt CO2 frei, welches den menschengemachten Treibhauseffekt verstärkt und die Erderhitzung vorantreibt. Die deutschen Braun- und Steinkohlekraftwerke verursachen aktuell gut 80 Prozent der CO2-Emissionen des Stromsektors. Der Ausstieg aus der fossilen Stromerzeugung leistet daher einen signifikanten Beitrag bei der CO2-Minderung. 
Erneuerbare Energie ist Energie aus nachhaltigen Quellen wie Wasserkraft, Windenergie, Sonnenenergie, Biomasse und Erdwärme. Im Gegensatz zu den fossilen Energieträgern Erdöl, Erdgas, Stein- und Braunkohle sowie dem Uranerz verbrauchen sich diese Energiequellen nicht.

Wie sieht das aktuell in Coesfeld aus?

An der Dülmener Straße stehen bei den Stadtwerken rund 377 Photovoltaikmodule, die rund 70.000 Kilowattstunden Strom erzeugen, ohne CO2 zu produzieren. Damit arbeiten die Stadtwerke allerdings nicht nur mit erneuerbaren Energien und das ist die Krux an der Geschichte. Sie haben zwar einen „Ökostrom-Tarif“, nutzen aber auch weiterhin fossile Brennstoffe zur Energiegewinnung. Bei den Stadtwerke Coesfeld hatten die erneuerbaren Energien im Jahre 2019 einen Anteil von 58,4%, wie die Abbildung zeigt. 

Geht es auch anders?

In Deutschland hat die Region Rhein-Hunsrück eine Vorreiterrolle: Der Landkreis produziert dreimal so viel Energie wie er selbst verbraucht und setzt dabei vor allem auf Windkraft. Ideale Bedingungen für den Bund, um im Hunsrück das Stromnetz der Zukunft zu erproben: Im Ort Gödenroth steht seit 2018 ein Batteriespeicher. Er puffert überschüssigen Strom aus erneuerbaren Quellen und leitet ihn bei Bedarf an Verbraucher weiter.In unserer Region ist die Stadt Heiden der Vorreiter. In 2018 wurde auf dem Gemeindegebiet rund vier mal soviel Strom aus erneuerbaren Energien eingespeist, wie insgesamt verbraucht wurde.

Was hilft mir als Verbraucher als Orientierung bei den ganzen Energieversorgern und was kann ich tun?

Den Strommix in Deutschland stellt man sich am besten als See vor, in welchem Anteile von Grün- und konventionell erzeugtem (Grau-)Strom vorhanden sind. Wenn nur einzelne Verbraucher Grünstrom aus diesem See beziehen, wird der verfügbare Grünstrom einfach auf die betreffenden Haushalte verteilt, wodurch die übrigen Haushalte einen höheren Anteil an konventionellem Strom erhalten. Dadurch ist der Umwelt nicht geholfen, weil kein Anreiz entsteht, mehr erneuerbare Energiequellen aufzubauen.

Das für eine tatsächliche Energiewende wichtigste Label für echten Ökostrom ist das „Grüner Strom Label“ der Umweltverbände, welches besagt, dass der Strom zu 100% aus erneuerbaren Energiequellen stammt, mit jeder bezogenen Kilowattstunde ein fester Betrag in den Ausbau neuer erneuerbarer Energiequellen investiert wird, eine Umetikettierung von konventionell erzeugtem Strom in Grünstrom ausgeschlossen ist.
Weitere Informationen findest du im übrigen in unserer Infomappe.

Es gibt doch aber auch Kritik an den Windkraftanlagen und Co.!

JA – es gibt Kritik an diesem Verfahren der Energiegewinnung. Windkraftanlagen werden oftmals aufgrund des Tierschutzes kritisiert, da Vogelarten gegen Windkraftanlagen fliegen und verunglücken. Wasserkraftanlagen können gerade im Bau enormen Lärm verursachen. Selbst Biologen wie Herman Hötker aber sagen:

„Der Klimawandel ist ein Riesenproblem. Um ihn aufzuhalten, dürfen wir unseren Strom nicht länger aus Kohle oder Gas erzeugen. Ihn mit Wind zu gewinnen ist da eine viel bessere Möglichkeit.

Und das ist eine Blickrichtung, die für die Energiewende wichtig ist. Wenn wir als Gesellschaft die Möglichkeit von fossilen Brennstoffen einfach streichen – dann müssen wir auf die Alternativen schauen, die wir noch haben. 

Wie kann ein Coesfeld der Zukunft aussehen?

Im Frühjahr 2021 soll der Windpark Coesfeld in Betrieb genommen werden. Dieser kann dann rund 40.000 Haushalte mit nachhaltiger Energie versorgen. Der regionaler produzierte Strom wird das vom TÜV zertifizierte Siegel Klimainvest Ökostrom tragen, heißt es von Seiten der Stadtwerke.

Der erste Schritt ist somit getan – die Wende wird gerade eingeleitet. Aber hier ist noch einmal wichtig herauszustellen, dass die Coesfelder:innen ganz explizit nach dem Tarif fragen müssen. Eine Umstellung auf einen Standardtarif „Ökostrom“ haben die Stadtwerke im gemeinsamen Gespräch mit Coesfeld for Future verneint.

Auch wissen wir bereits jetzt, dass wir einen enormen Kraftakt im Ausbau der Stromversorgung leisten müssen. Die Windkraftanlage im Letter Bruch hatte eine Vorlaufzeit von 9 Jahren und der Bedarf an Strom wird stark wachsen. Somit bedarf der Windpark einer Ergänzung. Dies könnten unter anderem  Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Häuser und Betriebe übernehmen, denn gerade auf unseren Dächern schlummert noch viel Energie-Potenzial. Weitere Infos gibt der Kreis Coesfeld mit dem sogenannten Solarkataster heraus.


Unsere Quellen

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3 Antworten

  1. 25. April 2021

    […] euch in der klimachallenge Informationen zum Thema Strom gegeben haben und in unserem Beitrag „Energiewende in coesfeld“ über die Stadtwerke als lokaler Energieversorger geschrieben haben, freuen wir uns, euch heute […]

  2. 27. April 2021

    […] aus erneuerbaren Energien zu beziehen ist mehr als den eigenen CO2-Fußabdruck zu verbessern. Es ist die Botschaft – nein, […]

  3. 15. Mai 2021

    […] 100% erneuerbare Energieversorgung bis 2035 […]

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