China, die erneuerbaren Energien und die gebratenen Nudeln

China liegt im CCPI (Climate Change Performance Index) von 2021 im Mittelfeld auf Platz 33 von 61 und hinkt in Sachen Klimaschutz hinterher. Im ganz aktuellen CCPI von 2022 haben sie sogar einige Plätze verloren und sind nun auf Platz 38 von 64 Plätzen.[1]Wie kann es sein, dass das eins der größten Länder der Welt so wenig für den Klimaschutz tut? Was hingegen läuft bereits gut bei Ihnen und könnte Vorbild für Deutschland sein? Außerdem habe ich zwei asiatische Gerichte für Euch veganisiert. Seid gespannt!

Deswegen müssen wir darüber sprechen

Die Klimakrise ist eine globale Herausforderung. Deutschland hat sich als einer von 195 Staaten dem Pariser Klimaabkommen und somit der Einhaltung der dort verankerten Ziele verpflichtet. Aber selbst wenn WIR die Ziele einhalten, halten viele Menschen dagegen, indem Sie sagen, dass wir nur ein kleines Zahnrad im großen Ganzen sind. Deshalb die Frage: Wie sieht es in anderen Ländern aus? Wie ist der Status quo?

Um vergleichen zu können, müssen wir wissen, wo Deutschland steht. Das kannst du hier nachlesen.

China und seine Fakten

China ist ein kultureller Raum in Ostasien. Nach Gesamtfläche (Land und Wasser) ist China mit 9.596.960 km² der viertgrößte und nach Landfläche mit 9.326.410 km² der drittgrößte Staat der Welt. China besitzt mit 22.133 km Gesamtlänge die längste Landgrenze aller Staaten.[2] Mit mehr als 1,412 Milliarden Einwohnern[3] stellt China das bevölkerungsreichste Land der Erde.

Was macht China gegen den Klimawandel?

Pariser Klimaabkommen

Im April 2016 unterzeichneten 175 Staaten, darunter die USA, China und Deutschland, das Übereinkommen. Anfang September 2016 hatten die USA den Vertrag angenommen und die Volksrepublik China ihn ratifiziert, einen Tag vor dem G-20-Gipfel in China. Die beiden sind die Staaten mit dem größten Treibhausgasausstoß.[4]

Klimaneutralität

China bestätigt im Oktober 2021 erstmals offiziell und verbindlich gegenüber der internationalen Staatengemeinschaft, bis 2060 klimaneutral sein zu wollen. Bis spätestens 2030 soll zudem der Höhepunkt des CO₂-Ausstoßes erreicht sein. Im Umkehrschluss bedeutet das aber theoretisch, dass bis Ende dieses Jahrzehnts die CO₂-Emissionen in China Jahr für Jahr weiter steigen werden.[5]

Windenergie

China baut Windkraft in atemberaubendem Tempo aus: Die auf erneuerbare Energien spezialisierte Agentur Bloomberg NEF prognostiziert, dass allein die Leistung von Offshore-Windkraftanlagen sich weltweit von 2021 bis 2035 verzehnfachen wird. Den bei Weitem größten Anteil an der rasanten Entwicklung wird dabei voraussichtlich China haben: bis 2030 entfällt der Prognose zufolge mehr als die Hälfte des globalen Wachstums im Bereich Offshore-Energie auf dieses Land. Auch Windenergie an Land wächst dort extrem schnell: allein in diesem Jahr wird ein Kapazitätszuwachs von 50 Gigawatt erwartet. Zu On- und im Meeresboden verankerten Offshore-Windkraftwerken kommen etwa ab Mitte des Jahrzehnts auch noch vermehrt schwimmende Windkraftanlagen.[6]

Sonnenenergie

Auch die Solarstromkapazität wächst in China rasant. Dem China Renewable Energy Engineering Institute zufolge kommt in dem Land allein im Jahr 2022 eine Kapazität von 100 Gigawatt dazu. Sieben der 10 größten Hersteller von Photovoltaikzellen haben ihren Sitz in China und dort wird auch etwa 80 % des, für Solarzellen nötigen, Polysiliziums hergestellt. Insgesamt wird China unterschiedlichen Prognosen zufolge allein in diesem Jahr erneuerbare Energiekapazitäten von 140 bis 154 Gigawatt zubauen. Das ist knapp 3x so viel wie die gesamte derzeit installierte Fotovoltaik-Kapazität Deutschlands. Zusätzlich. In einem Jahr. Bis 2025 will China laut 5-Jahresplan insgesamt 570 Gigawatt erneuerbare Energiekapazität hinzufügen, also etwa halb so viel wie die Gesamtkapazität aller Kraftwerke der USA. Wenn das so weitergeht, könnte China sein Ziel, den Gipfelpunkt seiner CO₂-Emissionen zu überschreiten und den Ausstoß dann endlich zu senken, schon früher erreichen als geplant: 2026 statt 2030.[7]

Bau-Stopp von Kohlekraftwerken im Ausland

Laut einer Ankündigung im September 2021 wird China die Unterstützung anderer Entwicklungsländer bei der Entwicklung grüner und kohlenstoffarmer Energie verstärken und keine neuen Kohlekraftwerke im Ausland bauen. In den vergangenen Jahren wurden hunderte Kohlekraftwerke in anderen Ländern errichtet.

Nachteil: In China selbst werden weiterhin neue Kraftwerke geplant und gebaut. Die Hälfte der weltweit geförderten Kohle wird in China verbrannt.[8]

Die Schuldfrage: Wie viel Verantwortung hat China für den Klimawandel?

Auf Diskussionen in der Familie oder im Freundes- und Bekanntenkreis höre ich immer wieder: „Aber China ist doch viel schlimmer. Nur weil ich mein Verhalten ändere, ändert sich dort doch nichts.“

Um diesem komplexen Thema auf den Grund zu gehen, habe ich diesen spannenden Faktencheck für euch gefunden.

Und JETZT: Ramen und gebratene Nudeln

In der asiatischen Küche gibt es unzählige aufregende, abwechslungsreiche Gerichte, die aus frischen Gemüsen bestehen. Häufig werden leckeren Marinaden eingesetzt, die dem Gericht den typischen Geschmack verleihen.

Ramen ist eine japanische Nudelsuppe. Die Wurzeln des Gerichtes liegen allerdings in China. In Japan wurde sie weiterentwickelt. Durch die Vermischung dieser beiden Kulturen wird dieses Gericht als asiatisch bezeichnet.

Außerdem habe ich das wahrscheinlich hierzulande bekannteste chinesische Gericht für euch veganisiert: die gebratenen Nudeln. Traditionell werden die Nudeln immer in verquirltem Ei gebraten. Mein Rezept kommt ohne aus und ist geschmacklich trotzdem top.


Stefanie

Stefanie (Jahrgang 1984) ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern im Grundschulalter. Als gelernte Diätassistentin, die derzeit in einem Seniorenstift tätig ist, liegt ihr das Thema Ernährung sehr am Herzen. Sie ernährt sich und ihre Familie seit 2010 vegan. Steffis Meinung: In der Rubrik „Coesfeld kocht fürs Klima“ möchte ich euch näher bringen, wie einfach es ist, Klimaschutz auf den Teller zu bringen und wie man klimafreundliche Ernährung stressfrei ins tägliche (Familien-)Leben integriert.

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