TK-Pommes und TK-Gemüse: Ist Tiefkühlkost so schlecht wie ihr Ruf?

Kartoffel-Erbsen Curry

Ich bin neulich auf eine Info gestoßen, die mich sehr verwundert hat. Dort hieß es, dass tiefgekühlte Pommes klimaschädlicher seien als frisch zubereitete. Besonders jetzt im Winter finde ich es schwierig, sich ausschließlich saisonal zu ernähren, ohne das es langweilig wird. Deshalb ergänze ich den Speiseplan gerne mit TK-Gemüse. Und an den besonders stressigen Tagen mit Kindern und Arbeit nutze ich diese Möglichkeit auch gerne. Muss ich das jetzt ändern? Deshalb beleuchte ich in diesem Beitrag für euch, warum Tiefkühl (TK)-Pommes so schlecht abschneiden und ob es sich bei TK-Gemüse ebenso verhält.

Deswegen müssen wir darüber sprechen

Tiefkühl-Pommes sind ein (regionales) Produkt, meist vegan und sollten theoretisch einen guten CO₂-Fußabdruck haben. Schauen wir uns für einen ersten Vergleich dann einfach mal die Liste der klimaschädlichsten Lebensmittel von Utopia an:

  1. Butter
  2. Rindfleisch
  3. Noch mehr von der Kuh: Käse und Sahne
  4. Tiefkühl-Pommes

Pro Kilogramm TK-Pommes werden 5,7 Kilo CO₂-Äquivalenten erzeugt. Die Kartoffeln selbst sind hierbei nicht der Grund, sondern die aufwendige Herstellung der Pommes, die getrocknet, frittiert und tiefgekühlt werden müssen. Für diese Vorgänge wird extrem viel Energie benötigt. Aber wie sieht es mit Tiefkühl-Gemüse aus? Ist die Klimabilanz ähnlich schlecht wie bei den TK-Pommes?

Gemüse: frisch, TK oder Konserve?

Frisches Obst und Gemüse enthält besonders viele wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Manche reagieren sehr empfindlich auf Licht, Wärme und Sauerstoff (z.B. Vitamin C). Das ist u.a. ein Grund dafür, weshalb Obst und Gemüse nicht zu lange Transportwege zurücklegen und möglichst frisch gegessen werden sollten.

Was passiert mit den Nährstoffen beim Einfrieren oder in der Konservendose?

Bei der Verarbeitung zu Tiefkühlkost werden Obst und Gemüse bereits wenige Stunden nach der Ernte eingefroren.

Wie umweltverträglich ist TK-Gemüse?

TK-Gemüse gilt durch die Herstellung und die energieaufwändige Lagerung als klimaschädlich. Eine Untersuchung des Freiburger Öko-Instituts (https://www.oeko.de/oekodoc/1256/2012-395-de.pdf) zeigt, dass das nicht unbedingt stimmt. Sie haben Lebensmittel aus verschiedenen Lebensmittelgruppen miteinander verglichen. Beim Gemüse wurden TK-Erbsen mit Erbsen aus Glas und Dose verglichen. Die Unterschiede waren sehr gering (siehe Abb.). Am besten haben die Erbsen aus der Konserve abgeschnitten, die TK-Erbsen waren im Mittelfeld und die Erbsen aus dem Glas auf dem letzten Platz.

(Foto © Oeko-Institut e.V. unter CC BY 2.0)

Ein weiterer spannender Aspekt ist, dass unser Verhalten bei der Klimabilanz eines Lebensmittels bis zu 38 % betragen kann. Ob wir mit dem Auto einkaufen fahren, die Lagerdauer im Gefrierschrank und die Energieeffizienz unseres Kühlgerätes spielen eine große Rolle.

Ist TK Gemüse gesund?

TK: Mineralstoff- und Vitamin-Gehalt sind sehr hoch und bleiben bei durchgängigen Minusgraden auch weitgehend erhalten. Tiefgekühltes Obst und Gemüse enthält keine Konservierungsmittel.

Konserve und Glas: geringer Nährstoffgehalt: Es wird heiß sterilisiert, um Mikroorganismen abzutöten und Enzyme zu inaktivieren. Das Produkt wird zwar haltbar gemacht, aber hitzeempfindliche Vitamine werden zerstört. Außerdem werden meist Mischungen aus Wasser, Zucker, Säuren, Kräutern und teilweise auch Zusatzstoffen hinzugegeben.

Konservendosen bestehen aus Weißblech oder Aluminium. Allerdings muss das Innere der Dose mit Kunststoff versiegelt sein, damit sich keine Metalle aus der Dose lösen und auf das Lebensmittel übergehen. Häufig enthält diese Kunststoffbeschichtung das gesundheitsbedenkliche Bisphenol A (BPA).

Und JETZT?

Am besten bleibt es weiterhin, wenn du frisches, saisonales, regionales Obst & Gemüse verwendest. Falls das mal nicht möglich ist, würde ich mich aufgrund des Nährstoffgehaltes für das TK-Produkt entscheiden. Die Treibhausgasemissionen sind bei TK und Konserven-Produkt so ähnlich, dass man an der Stelle keine signifikante Änderung bewirken kann.

Du kannst auch bewusst auf folgendes achten:

  • Frische saisonale, regionale Produkte sind die beste Wahl.
  • Je weniger Fleisch und tierische Produkte du isst, desto besser für die Umwelt.
  • Fahre mit dem Fahrrad, Lastenrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln einkaufen und lass das Auto stehen. (Leseempfehlung: Die notwendige Verkehrswende)
  • Schreibe dir einen Einkaufszettel und kaufe nur das ein, was du wirklich benötigst. So vermeidest du Lebensmittelverschwendung und verhinderst lange Lagerzeiten von Tiefkühlprodukten
  • Bringe die Tiefkühl-Produkte möglichst ohne Unterbrechung der Kühlkette nach Hause. Wenn sie antauen und dann wieder eingefroren werden leidet die Qualität und es wird mehr Energie benötigt. Nimm direkt eine Kühltasche mit zum Supermarkt.
  • Überprüfe deinen Gefrierschrank auf energieeffizient. Ein 20 Jahre altes Gerät benötigt sehr viel mehr Energie als ein modernes Modell.
  • Die Tür des Gefrierschranks immer nur kurz öffnen und direkt wieder schließen, sonst entweicht zu viel Kälte, die durch Energieaufwand neu produziert werden muss.
  • Halte dich an die Zubereitungshinweise auf der Verpackung. Durch zu langes Kochen oder Backen wird Energie verschwendet.

Da wir nun seltener Tiefkühl-Pommes verwenden wollen, kannst du gerne das Pommes-Rezept aus dem Vormonat ausprobieren. Die Pommes sind viel leckerer, enthalten weniger Fett und sind weitaus klimafreundlicher.

Im März ist es schwierig saisonales Gemüse, abwechslungsreich auf den Teller zu bringen. Deshalb kombinieren wir heute regionale, eingelagerte Kartoffeln mit TK-Erbsen und verbinden beides zu einem leckeren, wärmenden Kartoffel-Erbsen-Curry.


Quellenangaben

Das könnte dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.