5 Argumente, warum es gerade JETZT wichtig ist, zur Klimawahl zu gehen

Viele Organisationen und Umweltbewegungen sprechen von einer Klimwahl, die uns am 26.09.2021 bevorsteht. Heute möchten wir beleuchten, warum dies der Fall ist und welche Rolle du dabei einnehmen kannst.

Deswegen müssen wir darüber sprechen

Anders als Verhandlungen zwischen politischen Parteien, verhandelt das Klima nicht. Es kippt einfach. Das Klima reagiert auf die Konzentration an Treibhausgasen in der Atmosphäre und nicht auf diplomatische Verhandlungserfolge. Dass der Klimawandel in vollem Gange ist, ist nicht mehr zu übersehen oder wegzudiskutieren. Gerade aktuell haben wir es am Wetterextrem Bernd gemerkt. Bernd hat in Nordrhein-Westfalen Häuser weggespült. Er hat Menschen mitgerissen und Existenzen vernichtet. Geblieben sind Zukunftsängste und Unsicherheiten. Und nicht nur in Deutschland ist das Wetter immer extremer. Weltweit brennen die Wälder, apokalyptisch schimmerte die Golden-Gate-Bridge durch den vom Rauch orangeroten Himmel über San Francisco. Das alles wird global durch extreme Wetterlagen an Häufigkeit und Heftigkeit weiter zunehmen.[1]

Aber im September haben wir die Möglichkeit ein Zeichen zu setzen. Wir können und müssen den Politiker:innen unsere rote Karte geben. Ihnen zeigen, dass in Zukunft das Klima genauso priorisiert werden muss, wie das Wirtschaftswachstum. Und nur gemeinsam werden wir dies auch erreichen.

Warum redet die for-Future Bewegung von Klimawahl?

Die Bundestagswahl in diesem Jahr wird entscheidend sein, welchen Weg die Bundesregierung in den nächsten vier Jahren einschlagen wird. Sie wird maßgeblich darüber entscheiden, ob wir die Klimakrise auf ein erträgliches Maß begrenzen können oder nicht. Somit ist es eine Richtungswahl. Die Bundestagswahl am 26.09.2021 entscheidet darüber, welche Rahmenbedingungen Landwirtschaft und Industrie bekommen, um Klimaneutralität umsetzen zu können. Noch nie war ein Ausgang einer Wahl so wichtig wie jetzt!

Jede:r von uns kann entsprechende Beiträge zum Klimaschutz leisten. Aber die Politik trifft die Verantwortung für die Klimakrise! Die Politik muss nun eine fristgerechte und umfassende Klimapolitik auf die Beine stellen. Für ein 1,5 Grad Ziel bleibt nicht mehr viel Zeit!

So schlimm wird das schon nicht. Und dann wird wieder ein neues Schwein durchs Dorf getrieben!

So unnormal wie dieses Schwein im Meer – so unnormal ist es, dass wir wieder zurückkommen zu einem Zustand der Wetterbeständigkeit.

Nehmen wir einmal an, du bist 30 Jahre alt. Dann wirst du noch nie in deinem Leben ein normales Klima, eine normale Wetterlage, erlebt haben. In deinem gesamten Leben nicht. Ein weiterer Faktor ist, dass das Wetter, was wir heute kennen, auch so in Zukunft nicht bleiben wird. Wäre die Welt am heutigen Tag klimaneutral, dann würde die Wetterlage ab heute ganze 80 Jahre so halten. Wir werden also nie zu der Wetterlage wie vor 30, 10 oder 5 Jahren zurückgehen.

Aber es sprechen doch alle Politiker:innen von Klimaschutz. Das wird jawohl reichen!

Ja, es stimmt. Derzeit schlagen Politiker:innen Klimaziele vor, von denen Umweltschützer:innen vor zehn Jahren kaum zu träumen gewagt haben – und doch reichen sie nicht. Die Klimagase werden trotzdem immer mehr und das, was getan werden muss, wird immer drastischer. So sind ein Kohleausstieg in Deutschland bis 2038 oder ein CO2-Minderungsziel für die EU von 55 Prozent bis 2030 zwar realpolitisch Erfolge, doch die Klimakrise werden sie nicht aufhalten, da sie weit hinter dem zurückbleiben, was wissenschaftlich notwendig wäre.[2] Wir geben also im September einen Richtungswechsel vor, der dann noch verstärkt werden muss.

Aber Deutschland alleine wird das doch sowieso nicht schaffen. Dann ist es doch egal, was ich am 26.September wähle!

NEIN! Zwar ist es richtig, dass Deutschland „nur „für 2% der globalen CO2-Emissionen verantwortlich ist.[3] Aber es gibt laut Quarks.de drei entscheidende Faktoren:

  1. Deutschland liegt auf Rang 7 der weltweiten Top-Co2-Verursacher. Obwohl wir vergleichsweise wenige Einwohner:innen haben
  2. Der Pro-Kopf-Ausstoß ist bei und mit 8,5 Tonnen pro Jahr hoch. Weltweit liegt er im Schnitt nur bei 4,8 Tonnen pro Jahr
  3. Als Industrieland sollte Deutschland Vorreiter beim Klimaschutz sein. Schwellen- und Industrieländer orientieren sich an Industriestaaten wie Deutschland.

Zusätzlich muss man deutlich machen, dass wir einer der Ersten auf der großen Emissions“party“ eingetroffen. Wir haben gut gefeiert – Wir haben gut verdient und konnten uns einen enormen Wohlstand erarbeiten. Nun aber gilt es, die Party wieder zu verlassen. Auch als einer der Ersten. Und somit erneut die große Wende einzuläuten. Viele Länder der EU und auch weltweit schauen auf Deutschland. Das Land der Erfindungen. Das Land des Autos, aber auch der Denker und Dichter.

Wie kann denn meine Stimme da ins Gewicht fallen?

Jede Stimme zählt! Das haben wir erneut bei der Präsidentschaftswahl in den USA gemerkt. Vielleicht macht ja genau deine Stimme den Unterschied.

Graffitibild an der Berliner Mauer.

Bei den Europawahlen 2019 war die Klimakrise das Thema in den Medien. Man mag meinen diese Dringlichkeit spiegele sich in den Ergebnissen der Wahl wieder. Allerdings hat die Großelterngeneration trotzdem überdurchschnittlich für Parteien gestimmt, die der Klimakrise keine Priorität einräumen.

Bei der Wahl zum 20. Deutschen Bundestag am 26. September 2021 werden nach einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes im Bundesgebiet etwa 60,4 Millionen Deutsche wahlberechtigt sein, davon 31,2 Millionen Frauen und 29,2 Millionen Männer. [4]  Stellen wir also mal nebeneinander, wie die Wahlverteilung aussieht und wie deren Auswirkungen auf ihr Leben aussehen mag.

Quelle: Bundeswahlleiter.de

Und JETZT?

Informiere dich!

Die erste Frage sollte also sein: Was sagen eigentlich die Programme der einzelnen Parteien und wie wichtig sind ihnen meine Anliegen. Hier ein kleiner Einblick:

  • CDU/CSU: Das Programm für Stabilität und Erneuerung
  • Grüne: Deutschland. Alles ist drin.
  • SPD: Aus Respekt vor der Zukunft
  • FDP: Nie gab es mehr zu tun!
  • AfD: Deutschland. Aber normal.
  • Die Linke: Zeit zu handeln! Für soziale Sicherheit, Frieden und Klimagerechtigkeit

(Hinweis: Die Parteien werden in der Reihenfolge vorgestellt, in der sie in den Umfragen zur Bundestagswahl 2021 dargestellt sind.)

Außer bei der AfD, die den Klimawandel nicht anerkennt und somit faktisch aus vielerlei Hinsicht unwählbar ist, sieht das also vielversprechend aus. Aber auch hier sollte man sich nicht blenden lassen, sondern fragen: was steckt wirklich dahinter? Wie hat sich die Partei in der Vergangenheit verhalten?

Im besten Falle kannst du jetzt sämtliche Parteiprogramme lesen und dir raussuchen, welche Partei für deine Ansichten steht. Das ist aber verständlicherweise sehr müßig, wenn man keine politische Kontaktpunkte bisher hatte. Daher helfen sogenannte Wahl-o-maten.

Für diese Bundestagswahl am 26. September gibt es sogar spezielle Klima-Wahl-o-maten.

Der „Klimawahlcheck“ ist einer davon. Den Link findest du in der Linkliste. Er hilft dir dabei, deine eigene Position zum Klimaschutz im Parteienspektrum zu verorten und eine klimapolitisch informierte Wahlentscheidung zu treffen. Gleichzeitig findest du hier Antworten auf wichtige Fragen zur Erderwärmung sowie Forderungen der Zivilgesellschaft an die Parteien für einen wirksamen Klimaschutz. [5]

Wichtig: Der Klimawahlcheck ist nur eine Empfehlung als Wahl-o-mat und auch keine direkte Wahlempfehlung. Der Klimawahlcheck soll dir eine erste Orientierung geben, sowie Informationen zu den klimapolitischen Inhalten der Parteien.

Auch wir wollen und werden hier keine Wahlempfehlung aussprechen. Wir wollen dich aber auf die Dringlichkeit deiner eigenen Gewichtung aufmerksam machen. Betrachte also deine Ergebnisse aus den Klima-Wahl-o-mat immer als Startpunkt, um dich noch besser über die Haltung und Wahlprogramme der Parteien zu informieren.

Setze dir einen Termin für die Bundestagswahl 2021

Notiere dir den 26. September 2021 in deinem Kalender. Für die Wahl benötigst du deinen Wahlschein, den du vorab per Post erhalten wirst. Hier steht auch ein Wahllokal drauf, wo du deine Stimme abgeben kannst. Solltest du am Wahltag nicht vor Ort sein können, kannst du vorab eine Briefwahl beantworten.

Rede mit deinen Mitmenschen über die Bundestagswahl am 26.09.2021

36 % der Wahlberechtigten sind über 60 Jahre.[6] Die Generation unserer Großeltern hat somit einen entscheidenden Einfluss auf die nächste Bundestagswahl. Aber leider hat Klimapolitik laut Umfragen für viele Omas & Opas keine Priorität. Wenn die ersten Kipppunkte erreicht werden, werden diese Menschen nicht mehr auf der Erde leben und somit auch nicht mehr damit leben müssen. Es geht also vor allem um die Zukunft von uns Jüngeren. Daher passt auch der Spruch der for-Future Bewegung: „Eltern wählen für ihre Kinder“.

#gemeinsamsindwirviele #Klimawahl2021 #BTW21 #vote4me


Quellenangaben

[1] https://www.greenpeace.de/eu-klimaziel2030

[2] https://www.greenpeace.de/eu-klimaziel2030

[3] https://www.klimafakten.de/behauptungen/behauptung-deutschland-verursacht-nur-rund-zwei-prozent-des-weltweiten-co2-ausstosses#:~:text=Gemessen%20an%20den%20weltweiten%20CO,Anteil%20also%20rund%20zwei%20Prozent.

[4] https://www.bundeswahlleiter.de/info/presse/mitteilungen/bundestagswahl-2021/01_21_wahlberechtigte-geschaetzt.html

[5] https://klimawahlcheck.org/seiten/about

[6] https://www.instagram.com/p/CPn7o9Vnwdz/

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Eine Antwort

  1. Kathrin sagt:

    Ich finde unglaublich, dass eine Generation bei dieser Wahl stimmlich in der Mehrheit ist, die von den Folgen des Klimawandels selbst nicht mehr betroffen sein wird und vielleicht deswegen die Not zu handeln gar nicht so sehen will. Die müssen wir erreichen.
    Weiter wie bisher ist keine Option. Das macht Rezo einmal mehr sehr deutlich in seinem Video https://www.youtube.com/watch?v=Ljcz4tA101U
    Jede Wählerin, jeder Wähler zählt. Und: wer nicht zur Wahl gehen kann und keine Lust auf ‚Briefwahl‘ hat – einfach jetzt ins Rathaus gehen und wählen. Das geht.

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